Mein Auto – ich mag es. Es ist auch mein erstes Auto. Größtenteils brauche ich es um täglich ins Büro zu kommen. Auch wenn ich mein Auto toll finde, stecke ich nicht viel Geld rein. Bis auf ein paar dekorative Sticker zum Anfang … und Benzin. Dennoch beschleicht mich von Zeit zu Zeit das Gefühl, dass ich Unmengen an Geld in die Karre stecke. Aber ist das tatsächlich so? Hier führe ich sämtliche Kosten seit dem Kauf auf und berechne meine durchschnittlichen monatlichen Kosten bzw. Kosten pro 100km. Also, lohnt es sich tatsächlich auf das Auto zu verzichten?

Hier erfährst Du welche monatlichen Kosten und Kosten pro 100km anfallen.

Welche Kostenarten gibt es?

Oooh, da kommt so einiges zusammen. Als erstes mal die einmaligen Kosten, die mit der Anschaffung an sich zu tun haben. Dazu zähle ich den Kaufpreis, die Zulassungskosten sowie Kosten für sonstige Anschaffungen die direkt das Auto betreffen. Damit dürfen wir das Auto aber noch nicht mal fahren. Es kommen noch die Fixkosten, also KFZ-Steuer, Haftpflichtversicherung, TÜV,  AU hinzu. Wenn das gezahlt ist, darf man zwar fahren, hat aber noch nix für den laufenden Unterhalt ausgegeben. Damit komme ich also zu den laufenden Kosten, wie z. B. Reparaturen, Ersatzteile, Kraftstoff, Parkplatz etc.

Was kostet mich mein Auto?

Als ich mir mein Auto kaufte war klar, dass es nur ein Gebrauchtwagen sein kann. Ich sah schon damals nicht ein, einen Gebrauchsgegenstand zu finanzieren, mein Budget war klein und letztlich war mir nur wichtig, dass es ein verlässliches Fortbewegungsmittel ist. Nichts würde mich mehr nerven, als mehr Zeit in einer Werkstatt als mit dem Fahren zu verbringen. Später las ich in Bodo Schäfer’s Buch Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million*, dass ein Auto nicht mehr als 3 Nettomonatsgehälter kosten sollte. Mein Anschaffungspreis von 2700€ für den damals knapp 12 Jahre alten Opel Astra Caravan lag voll im Rahmen. So, und jetzt mal Butter bei die Fische! Was habe ich seitdem ausgegeben?

Einmalige Kosten: 2767,99€

Anschaffungskosten: 2700,00€

Zulassungskosten: 25,50€

Kennzeichen: 12,49€

Umweltplakette: 5,00€

Sticker: ~25,00€

Bei den einmaligen Kosten gibt es kein bzw. nur wenig Potenzial, Kosten zu sparen. Die Auswahl des Fahrzeuges selbst hat natürlich einen großen Einfluss, allerdings habe ich hier bereits auf mögliche spätere Reparaturkosten geachtet. Meine Fahrzeugwahl hat sich erwartungsgemäß als robust herausgestellt und somit ist der Preis auch im Rückblick absolut okay. Die 25€ für die Aufkleber hätte ich nicht ausgeben müssen. Aber mal ehrlich – wie wäre mein Auto ohne die Blümchen? Unauffällig, und das hätte ich auch nicht gewollt!

 

Fixkosten: 3306,32€

KFZ-Steuer: 729,00€ (108€/ Jahr)

Haftpflichtversicherung: 2107,55€

TÜV und AU-Gebühren: 469,77€

Der große Kostenbrocken ist hier die Haftpflichtversicherung. Auf Grund des großen Einsparpotentials habe ich mir einen jährlichen Termin im Oktober im Kalender eingetragen, um die Versicherungskosten zu prüfen. Für den Kostenvergleich nutze ich Verivox*. Das sind gut investierte 30 Minuten, die sich jedes Jahr in einer beachtlichen Ersparnis niederschlagen. Die TÜV- und AU Gebühren kann ich nicht beeinflussen. Allerdings zahle ich tatsächlich nur diese, wenn ich direkt zum TÜV oder zur Dekra fahre und nicht mein Auto in der Werkstatt abgebe, wo das Auto auch noch für den eigentlichen TÜV geprüft und „vorbereitet“ wird, was man natürlich extra zahlt.

 

Laufende Kosten: 10879,68€

Reparaturen, Verschleißteile: 2574,48€

Benzin: 6955,20€

Parkplatz: 1350,00€ (25,00€/ Monat seit 07/2013)

Ganz ehrlich – ich habe die Tankbelege nicht aufgehoben und ein Haushaltsbuch führe ich erst seit Mai 2017. Aber ich weiß, dass mein Auto ziemlich stabil 7,2l/ 100km verbraucht. Das ist für das Alter recht sparsam, aber ich fahre auch eher wenig dynamisch. Um die Kosten für Benzin zu ermitteln, bin ich weiterhin von durchschnittlich 1,40€ pro Liter Benzin ausgegangen. Seit dem Kauf bin ich 69.000km insgesamt gefahren. Somit sind die Kosten von ca. 7000,00€ für Benzin mit Abstand am höchsten und werden maßgeblich das Gesamtergebnis beeinflussen. Im Vergleich dazu sind die Kosten für Verschleißteile und Reparaturen mit knapp 2600€ überschaubar. Außer Teile die tatsächlich kaputt waren, ein Satz neue Reifen und ein paar Ölwechsel musste ich kaum in die Werkstatt. Serviceüberprüfungen etc. habe ich mir komplett gespart.

 

Fazit: Die Gesamtkosten belaufen sich auf 16953,99€. In 81 Monaten bin ich insgesamt 69.000km gefahren. Daraus ergeben sich 24,57€/ 100km bzw. 209,31€/ Monat. Die laufenden Kosten nehmen den größten Anteil mit 64% ein, wobei die Kraftstoffkosten machen mit ca. 41% den größten Anteil ausmachen.

Hier wird gezeigt, wie sich die KOsten für mein Auto verteilen.
So verteilen sich die Kosten für mein Auto (Gesamt 16.953,99€).

Welche Mobilitätsalternativen oder Kostenpotenzial sehe ich für mich?

Leider kann ich meine ermittelten Kosten nur schwer mit anderen Autobesitzern vergleichen. In den gängigen Foren werden häufig nur die laufenden Kosten und die KFZ steuer vergleichen. Aber da ich bereits hier mit 24,57€/100km und 210€/ Monat unschlagbar günstig unterwegs bin, gehe ich davon aus, dass ich meine Hausaufgaben bezogen auf die Autokosten recht gut gemacht habe. Dennoch bleibt ja die Frage, ob sich weitere Optimierungen ergeben.

  1. Möchte oder muss ich mobil sein?  Ja
  2. Muss es ein eigenes Auto sein: Nein
  3. Bin ich gewillt die Kosten weiter zu reduzieren: Ja

Mobilität: Wir haben uns bewusst für einen Wohnort entschieden, der eine halbwegs vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr hat. Leider ist der Ort meines Arbeitgebers alles andere als günstig mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Für eine Entfernung von 21 km fahre ich entweder in 18 Minuten mit meinem Auto über die Autobahn oder ca. 105 Minuten mit den Öffis. Option 2 fällt definitiv raus. Ein Umzug näher an den Arbeitsort kommt auch nicht in Frage. Hauptgrund ist die fehlende Infrastruktur, z.B. S-Bahn, Einkaufsmöglichkeiten, Vereine etc. im Ort meines Arbeitsgebers. Letzten Endes würde ich also wieder mit einem Auto irgendwo hinfahren müssen, nur der Zweck hätte sich weg von berufsbedingten Fahrten in Richtung Privatfahrten geändert.

Eigenes Auto: Nö, also ich brauche wirklich kein eigenes Auto. Ich brauche aber von Montag bis Freitag ein Fortbewegungsmittel, dass mich ins Büro bringt.

Kostenreduktion: Wie schon oben geschrieben, ist Nahverkehr keine Option auf Grund der langen Fahrzeit. Carsharing soll ja günstig sein. Auf den ersten Blick habe ich zwei Webseiten zu den Kosten von Carsharing gefunden. Zum einen Carsharingkosten bei Test.de als Carsharing Kosten auf Carsharing-News.

Vergleiche ich die angegebenen Preise mit meinen Langzeitkosten, so ist für mich der Besitz eines eigenen Fahrzeuges weitaus günstiger. Wenn ich mir meine Kostenzusammensetzung von oben so anschaue, sehe ich ausschließlich Potential bei den Kraftstoffkosten. Hier habe ich bisher nichts unternommen, um diese zu reduzieren. Deshalb werde ich folgende Aktivitäten konkret anstreben:

  • Ich arbeite bei einem recht großen Arbeitgeber und es gibt sicherlich Kollegen, die ähnlich wie ich, täglich zwischen meinem Wohnort und unserem gemeinsamen Arbeitsort pendeln. Im Ziel werde ich mindestens zwei Arbeitstage pro Woche mit einem Kollegen das Auto und somit die Benzinkosten teilen. Dadurch spare ich gut und gerne 15% (hier ziehe ich Tage für Urlaub und sonstige Abwesenheitszeiten mal ab).
  • Ich prüfe Apps zum Thema Spritpreise. Kann ich damit wirklich Geld sparen, ohne riesen Umwege zu fahren? Das Ergebnis lasse ich Euch in der Blogkategorie Tools und Apps wissen, sobald ich erste Erfahrungen gesammelt habe. Wenn ich davon ausgehen, dass 2 Cent Ersparnis pro Tanken realistisch sind, reduziere ich die Kosten um weitere 1,5%.

Wie sieht’s aus – was zahlt ihr für’s Auto? Hat jemand von Euch noch weitere Ideen zur Kostenreduktion? Dann schreibt diese gerne in einen Kommentar.


Update 08.08.2018: Da mein Auto kein Isofix hat, ich es aber ab September benötige um die Babyschale zu befestigen, habe ich es verkauft. Durch den Verkauf habe ich anteilig die KFZ Steuern und den Haftpflichtversicherungsbeitrag für 2018 zurück bekommen.  Und ja, ich habe die Karre tatsächlich verkaufen können, d. h. es gibt noch einen Verkaufserlös.

Die finalen Gesamtkosten belaufen sich auf 16894,18€. In 88 Monaten bin ich insgesamt 74.000km gefahren. Daraus ergeben sich 22,83€/ 100km bzw. 191,98€/ Monat.

Bitte teile und empfehle diesen Beitrag weiter:
Was kostet mein Auto langfristig tatsächlich?
Markiert in:     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*