Welche App eignet sich um die finaziellen Ausgaben zu tracken?
In meiner ersten Haushaltsbilanz Mai/2017 ist mir ja klar geworden, dass ich einen guten Überblick sowohl über meine verschiedenen Einkommensquellen als auch meine Fixkosten habe, aber bei den variablen Kosten komplett im Regen stehe.  Um Klarheit über die tatsächliche Höhe zu erhalten und zu wissen wohin das Geld eigentlich geht, möchte ich ab sofort ein Haushaltsbuch führen.

Ich kenne das noch von meinen Großeltern und Eltern. Jede einzelne Ausgabe wurde säuberlich in einem Haushaltsbuch (so richtig aus Papier) eingetragen, per Hand wöchentlich und monatlich addiert und budgetiert und bei Fehlern ging die große Rumstreicherei los. Mir war sofort klar – so will ich das nicht! Ich brauche etwas anderes, einfaches, überall einsetzbares.


Was sind die Kriterien für mein Haushaltsbuch?

  1. Es darf nichts kosten. Das gilt sowohl für die Anschaffung als auch für laufende Kosten.
  2. Mein neues Haushaltsbuch muss sich nahtlos in meine bestehende Infrastruktur einpassen. Das gilt für Hardware, Software und bestehende Auswerteroutinen. Ich möchte kein zusätzliches Dings mit mir rumtragen gar weitere Dingse für die Auswertung benötigen.
  3. Es muss einfach sein, d. h. ohne nennenswerten Aufwand sofort einsatzbereit zur Verfügung stehen.
  4. Es muss sich individuell auf meine persönlichen Bedürfnisse konfigurieren lassen.

Welche möglichen Zielkonfigurationen ergeben sich daraus?

Aus meinen Anforderungen 1 und 2 ergibt sich automatisch, dass es eine kostenfreie App sein muss. Mein (Smart-)Phone habe ich immer dabei. Die meisten Haushaltsbuch-Apps haben eine Exportfunktion in gängige Formate wie z. B. Excel, so dass ich eine Auswertung einfach am Laptop vornehmen kann, sofern ich das überhaupt benötige.

Für die Auswahl der in Frage kommenden Apps habe ich nicht extrem viel Zeit investiert. Ganz gemäß dem Punkt 3: es muss einfach sein und ohne viel Recherche.

Zwei Apps sind übrig geblieben: Der VSB Haushaltsplaner der netCU Internetagentur und der Ausgaben Manager von Markus Hintersteiner. Wem VSB, wie auch mir zuvor, nix sagt: Dabei handelt es sich um den Verbraucherservice Bayern.

Ergebnisse des Praxistests

Eines gleich vorweg: Meine Entscheidung war nach wenigen Buchungen meiner Ausgaben klar. Der Ausgaben Manager hat klar die Nase vorn, auf Grund von einfacher Bedienbarkeit, der angebotenen Konfigurationsfreiheit, wie schnell Eingaben vorgenommen werden können und letztendlich auch wegen des augenschonenderen Designs. Ich versuche trotzdem Dir objektiv zu zeigen warum meine Entscheidung so fiel, um Dir eine Entscheidung zu ermöglichen, losgelöst von meinem einfachen Anwendungsfall und Schnellschuss.

Konfiguration der Kategorien

Ausgaben Manager

Alle meine Kategorien konnte ich ohne Restriktionen frei anlegen. So gefällt mir das!

Du kannst die Kategorien für Ausgaben frei konfigurieren.
Ausgaben Manager: Konfiguration von Kategorien und farbliche Kennzeichnung.

Was ich nicht geprüft habe ist, ob es eine maximale Anzahl an Kategorien gibt. Ich habe 19 Kategorien problemlos anlegen, benennen und farblich kennzeichnen können.

VSB Haushaltsplaner

Die App kommt mit nicht änderbaren Kategorien daher. Diese sind nicht löschbar (oder ich habe es nicht gefunden). Aber die Unterkategorien sind frei. So bleiben Ausgabekategorien bestehen, die ich einfach nicht benötige, wie z. B. Kredite. Das wäre nicht so tragisch, wenn nicht die grafische Auswertung der App anhand der Kategorien erfolgen würde. Für wen es passt, mag es für die Erstkonfiguration sehr hilfreich sein.

Du kannst die Unterkategorien frei anlegen, die Kategorien aber nicht.
Haushaltsbuch VSB: Konfiguration der Ausgaben in Kategorien

Eingabe von Ausgaben

Ausgaben Manager

Es sind 5 Eingaben Einzelaktionen nötig, um eine Buchung vorzunehmen. Nach dem Öffen der App, was echt zügig geschieht, erscheinen die zuvor angelegten Ausgabenkategorien. Danach kann intuitiv die jeweilige Ausgabe eingegeben werden.

Du benötigst 5 Klicks für die manuelle Eingabe von Ausgaben
Haushaltsbuch Ausgaben Manager: So erfolgt die manuelle Eingabe von Ausgaben (Stand irgendwann im Juni 2017)

VSB Haushaltsplaner

Hier benötige ich durchschnittlich 7-8 Einzelaktionen. Das sind mindestens 2 Aktionen mehr als mit dem Ausgaben Manager, aber es kommt noch schlimmer …! Was mir häufig passierte ist, dass ich vergessen habe nach dem ersten „Speichern“ noch auf „Buchung speichern“ zu klicken. So ergab sich schnell eine Differenz zwischen beiden Apps. Unschön. Aber schaut es euch am besten selbst an:

Nach dem vergleichsweise langsamen Öffnen der App lande ich im Hauptbildschirm, um meine Buchung zu erfassen und es kann (endlich) losgehen.

Du benötigst 7-8 Klicks um Buchungen vorzunehmen.
Haushaltsbuch VSB Haushaltsplaner: So erfolgt die manuelle Eingabe von Buchungen (Stand Juni 2017).

Export der Daten

Ausgaben Manager

Die Daten können jederzeit im Excel-Format aus der App heraus versendet werden.

VSB Haushaltsplaner

Die App kann / muss mit dem PC synchronisiert werden. Dazu muss auch auf diesem das VSB Programm installiert werden. In der App muss dann jedesmal die IP des PC’s eingegeben werden.


Grafische Darstellung der Buchungen

Ausgaben Manager

Meine Ausgaben werden als Balken, in den Farben der selbst angelegten Kategorien, dargestellt. Dabei ist alles gut lesbar. Weitere Auswertungen oder Berechnungen stehen nicht zur Verfügung.

Mittels Balkendigrammm behältst Du den Überblick über Deine Ausgaben.
Haushaltsbuch Ausgaben Manager: Darstellung der Buchungen in Form von Balken.

VSB Haushaltsplaner

Hier werden meine Ausgaben in einem Kreidiagramm dargestellt. Es werden die absoluten Werte als auch die prozentuale Verteilung angezeigt. Leider ist die Schrift viel zu klein, so dass die Werte auf meinem Smartphone nicht lesbar sind. Einstellmöglichkeitenn gibt es nicht.

Nimm die Lupe - dann kannst Du die Auswertung Deiner Haushaltsausgaben verfolgen.
Haushaltsbuch VBS: Die Buchungen werden in einem Kreisdiagramm dargestellt.

Ein paar abschließende Worte …

Ich habe auf Grund der Punkte „Eingabe von Buchungen“ und „Anlegen von Kategorien“ meine Entscheidung bereits für den Ausgaben Manger getroffen.  Den VSB Haushaltsplaner habe ich wieder deinstalliert. Es gibt weitere Punkte, wie z. B. das Design oder die grafische Darstellung der Kostenkategorien, aber die ersten zwei Punkte waren für mich bereits Killerkriterein.

Halte ich die App VSB Haushaltsplaner für vollkommen ungeeignet? Nein! Sie hat jede Menge weiterer Funktionen, wie z. B. das zyklische Erfassen von Buchungen. Weiterhin können hier nicht nur die Ausgaben sondern auch sämtliche Einnahmen verbucht werden. Allerdings übersteigt der angebotene Funktionsumfang meinen überschaubaren Anforderungen und ist in Konflikt mit meinen Kriterien.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Bitte teile und empfehle diesen Beitrag weiter:
Test: Haushaltsbuch per App führen
Markiert in:

2 Gedanken zu „Test: Haushaltsbuch per App führen

  • 22. September 2018 um 15:03
    Permalink

    Guten Tag,
    ich habe Ihren Beitrag gelesen und bin sehr überzeugt davon. Was mich doch aber ehrlich interessieren würde ist: Lassen sich Ihrer Meinung nach die Apps gut in den Alltag integrieren?

    MfG

    Antworten
    • 10. Oktober 2018 um 21:46
      Permalink

      Hallo Alexey,

      ich selber habe seit mehr als einem Jahr die App „Ausgaben Manager“ bzw. „Expense Manager“ (neuer Name) im Einsatz. Sobald ich Ausgaben tätige trage ich diese in die App ein. Das kostet mich nur ein paar ganz wenige Sekunden und ist daher für mich gut in den Alltag integrierbar. Eine erweiterte Auswertung it Excek erstelel ich einmal pro Monat, was ebenfalls leicht gemacht ist. Fazit: Ja, für mich ist der Ausgaben Manager sehr gut integrierbar und anwendbar.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*