Wieviel musst Du sparen um 20 Jahre früher in Rente zu gehen?
Wann hängt meine Sparquote, mein Einkommen, meine Ausgaben und mein Renteneintritt zusammen?

Wieviel musst Du sparen um 20 Jahre früher in Rente zu gehen?

Waaas – wann müsstest Du nicht mehr arbeiten?  So oder so ähnlich ungläubig reagieren meine Mitmenschen, wenn es in einer Diskussion ums Thema Renteneintrittsalter oder – noch weiter – Finanzielle Unabhängigkeit geht.

Führe ich die Diskussion dann weiter, lerne ich, dass im Grunde genommen allen meinen Mitmenschen finanzielle Ziele fehlen und auch es natürlich tausende Gründe gibt, warum ich das Ziel der Finanziellen Unabhängigkeit so viel einfacher erreichen kann, als sie selbst. Was sind das für Gründe? Ja, z. B. „Ich zahle gerade den Kredit für mein neues Auto ab und könnte gar nicht soviel sparen wie Du“ oder „Ich bin sooo busy, da muss ich abends im Restaurant essen. Zeit zum Selber kochen gibt es da nicht.“ Die Liste der Gründe ist lang und ich behaupte mal, dass den meisten einfach nicht bewusst ist, wie stark der Zusammenhang zwischen Ausgaben, Einkommen, der Sparquote und dem möglichen Renteneintritt ist.

Erkennst Du dich da (in Teilen) wieder oder willst Du einfach nur wissen, wann Du in Rente gehen kannst, weil Du monatlich schon x-Prozent Deines Einkommens investierst? Ich probiere mich mal in der Darstellung der mathematischen Zusammenhänge und Dir viel Spaß beim Mitrechnen für Dich selbst.


Gibt das Renteneintrittsalter nicht die Rentenversicherung vor?

Okay, okay. Ja aber nein. Wenn Du jetzt an das gesetzliche Renteneintrittsalter gedacht hast, dann ist die Antwort ja. Da hast Du auch keine Chance dran zu drehen, es sei denn Du bist gewillt Abschläge von Deiner staatlichen Rente zu akzeptieren. Allerdings meine ich mit „in Rente gehen„, dass man aus finanziellen Gesichtspunkten nicht mehr arbeiten müsste und man somit freie Wahl hat, ob man morgens noch den Weg ins Büro sucht oder lieber individuelle Projekte vorantreibt.

Tschüß Gesetzliche Rentenversicherung. Hallo Selbstbestimmung.
Tschüß Gesetzliche Rentenversicherung. Hallo Selbstbestimmung.

Dieses persönliche Renteneintrittsalter hast Du selbst im Griff und kannst aktiv drauf hinarbeiten, ohne dass Dir irgendeine Institution reinredet. Und von genau diesem Renteneintrittsalter ist hier die Rede. Dafür musst Du, platt gesagt, nur genügend ansparen um vom Gesparten, ohne das gesparte Kapital aufzubrauchen, leben zu können. Die gute Nachricht ist: Die Höhe Deiner Ausgaben sind hier viel wichtiger als die Höhe Deines Einkommens.

Als Faustregel gilt:

1: Sparst Du nix, bist Du vollkommen abhängig von den Vorgaben der gesetzlichen Rentenversicherung und bist niemals in der Situation selbstbestimmt entscheiden zu können. Du kannst nie in Rente gehen. Blöd, wa?

2: Sparst Du 100% Deines Einkommens, weil Du nix isst oder brauchst, dann bist Du jetzt schon frei in Deiner Wahl. Du kannst schon in Rente gehen. Aber bevor Du jetzt aufhörst weiterzulesen, verrate mir bitte wie Du das anstellst.

3: Gut, und jetzt mal was reelles zwischen 0% und 100% Sparquote. Schaffst Du es immer 50% Deines Einkommens zu investieren und nehmen wir eine durchschnittliche Rendite von 6% an, dann kannst Du in 23 Jahren in Rente gehen. Du kannst von Deinem Gesparten genau soviel entnehmen, was Du zuvor als Nettogehalt monatlich ausgegeben hast und bist nicht auf die gesetzliche Rente angewiesen. Naaa, klingt das verlockend?


Wie hängt denn nun Deine Sparquote mit dem persönlichen Renteneintrittsalter zusammen?

Für eine Rendite von 3%, 6%, 9% und 12% habe ich das mal in folgender Grafik dargestellt. Für die Berechnung habe ich außerdem eine jährliche Inflation von 1,5% angenommen, sowie einen Steuersatz von 26,35% inkl. Solizuschlag.

Hier findest Du die Antwort auf die Frage "Wann kann ich in Rente gehen, wenn ich x% meines Einkommens spare?"
Zusammenhang zwischen Deiner Sparquote und wann Du in Rente gehen kannst.

In den Kurvenverläufen kannst Du zwei wichtige Aspekte sehen:

1: Im unteren Investitionsbereich (wenige %e) lohnt sich das Sparen besonders. Ein paar Prozent mehr an Investitionen bringen Dir richtig viele Jahre, die Du vorher in Rente gehen kannst.

Beispiel: Du investierst in Fonds, die Dir eine Rendite von 9% im Jahr bringen. Bisher sparst Du 10% Deines Einkommens. Damit hast Du nach 46 Jahren des eifrigen Sparens Deine finanzielle Unabhängigkeit erreicht. Das fällt dann wohl ziemlich mit dem gesetzlichen Renteneintrittsalter zusammen und motiviert jetzt nicht so dolle. Sofern Du bereit bist Deine Investitionsquote von 10% auf 15% zu erhöhen, kannst Du bereit nach 37 Jahren und bei einer regelmäßigen Investitionsquote von 20% sogar schon nach 33 Jahren in Rente gehen. Und wohl gemerkt – Du bist dabei komplett unabhängig von der gesetzlichen Rente. Also, ein Gewinn von 13 Jahren für eine 10% höhere Sparquote klingt doch gar nicht so uninteressant, oder?

2: Du brauchst Anlageformen mit möglichst hoher Rendite! Klar – das ist jetzt nicht neu. Aber schau genauer hin. Bei einer Rendite von 3% ist das Erreichen des Ziels, früher in Rente zu gehen, nur mit sehr hohen Sparquoten verbunden. Das heißt, wenn Du Dein Geld auf dem Tagesgeldkonto vor sich hindümpeln lässt (derzeit gibt es um die 0,5% Zinsen), wird’s nix mit dem Ziel früher in Rente zu gehen. Für eine Zielrendite von 6% und mehr kommst Du an Fonds und Aktien nicht vorbei.

Beispiel: Du möchtest, wie in der Artikelüberschrift geschrieben, 20 Jahre früher in Rente gehen. Also, statt mit 67 Jahren bereits mit 47 Jahren. Du bist jetzt 25 Jahre alt und bereit viel zu sparen. Bei einer Rendite von 3% und einer Investitionsdauer von 22 Jahren (47 Jahre – 25 Jahre), musst Du mindestens 86% Deines Einkommens investieren. Realisierst Du stattdessen eine Rendite von 9% jährlich, würdest Du nur 33% Deines Einkommens investieren müssen. Das klingt doch schon besser.

Wenn Du das gerne nachrechnen möchtest, findest Du in meinem Downloadbereich eine Exceldatei und ein Matlabfile dafür. Bei beiden Tools kannst Du Dein Einkommen, Deine Ausgaben, die Rendite und Inflationsrate, sowie ein Startkapital eingeben. Viel Spaß beim Rumrechnen.


Und was musst Du jetzt tun?

So, jetzt kennst Du also Deine persönliche Zielsparquote, um Dein gewünschtes Renteneintrittsalter zu ermöglichen. Sparst Du bereits mehr als das die Zielsparquote? Dann Herzlichen Glückwunsch. Du bist auf einem guten Weg bald finanziell frei zu sein und selbstbestimmt in Rente gehen zu können.

Sparst Du weniger als deine persönliche Zielsparquote? Dann ist Handeln angesagt. Du kannst jetzt entweder anfangen Deine Einkommen zu erhöhen oder Deine Ausgaben zu reduzieren. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass die Reduktion von Ausgaben, vor allem zu Beginn, deutlich einfacher ist, als die Erhöhung des Einkommens.


Und wie kannst Du Deine Ausgaben reduzieren?

Als erstes empfehle ich Dir Deine Ausgaben mal ein paar Monate zu tracken. Dafür gibt es eine Vielzahl an Apps und das Beste ist: Die sind meistens kostenfrei! Einen Vergleich von zwei Apps die ich selber mal getestet habe, findest Du im Artikel Test: Haushaltsbuch per App führen.

Reduziren Deine alltäglichen Ausgaben.

Lerne Deine Geldvernichter kennen! Nach kurzer Zeit hast Du einen guten Überblick wo Dein hart erarbeitetes Geld so hinfließt und Du erkennst sicher auch den einen oder anderen Geldvernichter, wie z. B. der Kaffee beim Bäcker auf dem Weg morgens ins Büro. Das sind nur Kleinigkeiten meinst Du? Nein! Mit dem Tool oben kannst Du dir ausrechnen, welche Auswirkung es auf Dein Renteneintrittsalter hat. Nehmen wir mal an, dass der morgendliche Kaffee beim Bäcker 2,50€ kostet. Das macht im Monat 2,50€ * 21 Arbeitstage = 52,50€. Bei einem Netto von 1600€ (das ist der aktuelle Durchschnittsverdienst in Deutschland) und einer bisherigen Sparquote von 15%, würde das Weglassen des Bäckerkaffees diese auf 18,3% erhöhen. Das sind bei einer Rendite von 9% umgerechnet 3 Jahre (!), die Du früher in Rente gehen kannst.  Bitte entscheide selbst, ob Dir ein 3 Jahre jüngeres Renteneintrittsalter ausreichen, um den Kaffee zu Hause selbst zu machen.

Frage Dich immer, ob Du das, was Du kaufen möchtest, wirklich benötigst. Ist Deine ehrliche Antwort darauf nein, dann kaufe es nicht. Ist Deine Antwort ja, dann ist es ein Investment und somit eine sinnvolle Ausgabe.

Suche immer nach neuen Ideen zur Kostenreduktion. Natürlich ist es toll, wenn Du jetzt Deine Kosten beobachtest und verringerst. Da sich allerdings Kostenstrukturen im Laufe eines Lebens ändern (so kommen z. B. eher im Alter höhere Ausgaben für Gesundheit auf Dich zu) und auch die Möglichkeiten des Sparens stetig ändern, behalte Deine Augen für neue Ideen offen. Als Startpunkt kannst Du gerne meine Sammlung an Ideen zur Reduktion der Ausgaben verwenden. Diese Liste werde ich kontinuierlich erweitern. Regelmäßiges reinschauen lohnt sich also. Weiterhin plane ich auch eine Artikelserie zu dem Thema. Das dauert aber noch ein paar Tage.


Und welche Möglichkeiten hast Du Dein Einkommen zu erhöhen?

Okay, bevor ich zu den Möglichkeiten komme, möchte ich eines noch klar vorweg sagen: Wenn Du mit dem erhöhten Einkommen Deinen Lebensstandard hebst, bringt Dich das Deinem Renteneintrittsalter nicht näher. Du musst das höhere Einkommen investieren … mit möglichst hoher Rendite. Erhöhst Du Deinen Lebensstandard und somit Deine Ausgaben, würde das Ziel in noch weitere Ferne rücken. Also, verdiene mehr Geld pro Zeiteinheit und investiere es in Dich und somit in Dein früheres Renteneintrittsalter.

So erhöhst Du Dein Einkommen für eine höhere Sparquote.
Erhöhe Dein Einkommen um Deine Sparquote zu erhöhen.

Suche neue Einkommensquellen. Hier sind die Möglichkeiten so zahlreich wie nie. Offline kannst Du dir klassisch einen Nebenjob suchen oder Dich nebenberuflich selbständig machen. Klar ist, bei den offline Varianten tauschst Du immer Deine Arbeitszeit gegen Geld. Hörst Du auf zu arbeiten, verdienst Du nix mehr. Anders sieht es bei Einnahmequellen aus, die Du Dir online erschließt. Eine Sammlung an Ideen online Geld zu verdienen, stelle ich im Blog ebenso zur Verfügung. Auch diese Liste werde ich kontinuierlich erweitern – regelmäßiges reinschauen lohnt sich also. Der Vorteil bei online Einkommensquellen ist die Skalierbarkeit. Du entkoppelst Deine Arbeitszeit vom Einkommen. Ist zum Beispiel ein ebook einmal geschrieben, kannst Du es einmal oder 1.000.000 mal verkaufen. Dein Aufwand ist derselbe, das Einkommen aber nicht.

Bilde Dich weiter. Hier sind zwei Bereiche wichtig. Erstens die berufliche Weiterbildung um den eigenen Wert auf dem Arbeitsmarkt zu steigern. Zweitens eine solide Finanzbildung um das erarbeitete Geld auch sinnvoll anzulegen und möglichst attraktive Renditen einzufahren.

1: Weiterbildung ist kein Makel, der auf Wissenslücken hinweist, noch ist es eine elitäre Veranstaltung. Weiterbildung kann einerseits größere Arbeitsplatzsicherheit bedeuten und andererseits auch die Eintrittskarte für neue, erweiterte Herausforderungen und mehr Verantwortung sein. Ein neuer Abschluss alleine wird nicht automatisch zur Gehaltserhöhung führen, aber sich mittel- bis langfristig in neuen Aufgaben wiederspiegeln, die dann auch zu einem höheren Gehalt führen.

2: Wie oben gezeigt, musst Du Dein Geld zielgerichtet anlegen. Leider ist das Thema Finanzen in Deutschland nicht Teil der Allgemeinbildung und so musst Du selbst aktiv werden. Als Einstieg lohnen sich einige wenige gute Finanzbücher. Zusätzlich kannst Du auch Finanzblogs wie diesem hier folgen. Die Blogger standen, ähnlich wie Du jetzt, auch mal am Anfang ihrer Investitionsstrategie und gehen meist sehr offen und transparent mit ihren täglichen Finanzentscheidungen um. Und dann eröffne ein Wertpapierdepot und fange an zu investieren, aber hüte Dich vor hochspekulativen, undurchsichtigen Finanzprodukten.

Verhandle Deinen Lohn und Gehaltsteigerungen. Wenn Du mehr verdienen möchtest, musst Du selbst aktiv werden. Warte nicht, dass Dein(e) ChefIn freiwillig die Spendierhosen anzieht. Bereits Dich inhaltlich gut auf das Gespräch vor. Im Internet findest Du unzählige Tipps zu Gehaltsgesprächen. Wichtig ist, dass Du die Nettosteigerung aber bitte auch investierst. Dadurch erhöhst Du deine Investitionsquote, hältst Deinen Lebensstandard konstant und gewinnst das gute Gefühl in Dich selbst und Dein Renteneintrittsalter investiert zu haben.


So und jetzt bin ich gespannt. Wie hoch ist Deine Investitionsquote? Kommt ein verfrühter Renteneintritt für Dich in Frage und wieweit bist Du vom Ziel entfernt?Merken

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Es war interessant Dir zu folgen- ich bin 62 Jahre und kann 2020-2023 in Rente. Mein Leben war v. Ossi zu Wessi geprägt – ich hab gearbeitet ( 2 Kinder studiert das ist meine Investition) Meine Berufe wurden nicht Anerkannt – eben Ossi/ die 8 Berufe mit Quali haben nichts genutzt- warum wohl. Mir geht’s gut nur die Chancen sind gelaufen, weil Gewinner auch Verlierer sind- es benötigt viele Sammler- und gibt nur einen Gewinner… Wer wohl…

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